LSB Tirol

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Editorial

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"Humor ist, wenn man herzhaft lacht."
A: "Du bist ein Vollidiot!"
B: "Meinst Du das im Spaß oder im Ernst?"
A: "Im Ernst!"
B: "Dann ist gut, denn solche Späße vertrage ich nämlich nicht!"
Diese Situation oder die Drohung "Dir wird das Lachen schon noch vergehen" lassen die Befürchtung aufkommen, nur der Ernst wäre eine erstrebenswerte Tugend. Tatsache aber ist, dass sich mit Humor der Alltag und das Zusammenleben viel leichter bewältigen lässt. An den vorigen Beispielen ist allerdings bei näherer Betrachtung zu erkennen, dass es sich nicht um echten Humor gehandelt hat, sondern im Gegenteil - um die Unfähigkeit zu solchem. Echter Humor setzt nämlich einiges an Fähigkeiten voraus, die nicht jedermann/-frau gegeben sind. Humor ist nur mit einem gewissen Maß an Lockerheit möglich, und man wird es nicht glauben… mit einem hohen Maß an Wertschätzung. Man sollte auch fähig sein, zu reflektieren, zu relativieren und sich selbst zu hinterfragen. Ohne diese Voraussetzungen wird sich schnell jemand gekränkt fühlen und den Zeigefinger heben, um eben zu sagen: "Dir wird das Lachen noch vergehen". Sich über jemanden lustig zu machen hat nichts mit Humor zu tun, weil die Wertschätzung fehlt. Eine Bestätigung dafür, dass Humor und Wertschätzung Hand in Hand gehen ist wohl so manche Beerdigung, bei dem man sich liebevoll an den Verstorbenen erinnert und sich manch lustige Begebenheit erzählt. Das Lachen wäre schnell vorbei, wenn an so einem sensiblen Tag die Geschichten nicht von Wertschätzung getragen wären.
Man kann und darf also durchaus auch in Tabu-Situationen lachen, weil das Lachen die Schwere nimmt (zumindest für kurze Zeit) aber genau in solchen Situationen können wir den wahren Humor erkennen: nämlich daran, ob uns das Lachen befreit oder ob durch Pseudo-Humor eine peinliche Berührtheit zurückbleibt.
Die momentane Zeit des Faschings bietet uns übrigens auch ein großes Beobachtungsfeld. Menschen, die nicht gerade in großem Maße zur Selbstkritik fähig sind versuchen, mit den fragwürdigsten Mitteln lustig zu sein. Alkohol gehört sowieso dazu, denn sonst wäre die angesprochene Lockerheit schon gar nicht zu erreichen und dazu kommen teils geschmacklose und ordinäre Utensilien, bei deren Anblick einem schon das Lachen im Halse stecken bleibt. Bei genauer Beobachtung also oft mehr ein Trauerspiel, als dass das Ganze etwas mit Humor zu tun hätte. In ihrer Hilflosigkeit versuchen sie, mit aller Gewalt lustig zu sein und merken nicht, dass sie sich oftmals einfach nur der Lächerlichkeit preisgeben. Ich wage nämlich zu behaupten, dass Humor nicht machbar ist, wie das manche glauben. Humor ist die Fähigkeit, die Absurdität einer Situation zu erkennen und sich darüber zu amüsieren.
Um auch ohne Fasching mehr Humor in den Alltag zu bringen, ist es notwendig, die eigene Wichtigkeit in Frage zu stellen und sich den von der Norm abweichenden Situationen selbstkritisch zu stellen.
"Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen!"
…stirbt dafür aber wenigstens fröhlich!

Maximilian Resch LSB


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